Der Räuber und die anderen...
Den Räuber Rotbart muss man nicht vorstellen, weil ihn doch jedes Kind kennt. Er ist der weltberühmteste Räuber im Dorf, das behauptet er zumindest von sich – und er glaubt es auch. „Ich bin nicht nur der schlaueste, sondern auch der klügste aller Räuber!“, sagt er von sich. Dabei vergisst er gerne mal, dass er doch nach jeder seiner Untaten wieder im Gefängnis landet.
Das hat er meistens Seppl und Balduin zu verdanken, die es immer wieder schaffen, ihn zu fangen. Dabei brauchen die beiden – der kleine rothaarige Bub Seppl und sein bester Freund, der Drache Balduin – manchmal schon sehr viel Glück, um den Räuber zu überlisten. Und das haben sie eigentlich immer. Nur in den ganz gefährlichen Situationen wünschen sie sich, dass Balduin Feuer speien könnte. Aber das kann er nicht, weil er ja noch ein junger Drache ist.
Wenn es dann mal ganz gefährlich ist, muss eben Oma mithelfen. Das macht sie auch, aber insgesamt hat sie es nicht so gerne, wenn sich Seppl und Balduin mit dem Räuber Rotbart anlegen.
Natürlich gibt es im Dorf auch einen Bürgermeister, nämlich den Bürgermeister Pumpernickel. Er ist eigentlich nicht nur Bürgermeister, sondern gleichzeitig auch Wachtmeister, Vorsitzender des Heimatvereins und vieles mehr. Er hat deshalb immer so viel zu tun, dass er gar nicht fertig wird mit seinen Aufgaben. Das ist der Grund, warum er meistens zu spät zu allem kommt.
Es wäre seine Aufgabe, den Räuber einzusperren, wenn er etwas angestellt hat. Nur: Bis er mitbekommt, dass der Räuber schon wieder dabei ist, etwas auszufressen, ist die halbe Geschichte vorbei und Seppl und Balduin sind bereits auf dem Weg, Rotbart zu fangen. Da bleibt dem Bürgermeister am Schluss nur noch, den Räuber wieder ins Gefängnis zu sperren, und vor allem, das Gefängnis auch richtig abzuschließen. Aber selbst das vergisst er gelegentlich.